Die Unternehmensstandorte rücken näher zusammen

Die IKA Werke in Staufen bieten ihren Auszubildenden seit Jahren die Möglichkeit, Auslandspraktika zu machen. Wie sich die Auslandsaufenthalte auf die Unternehmenskultur auswirken - davon berichtet Jutta Klepp, Ausbildungsleiterin bei den IKA Werken. 

Auslandspraktika bieten die IKA-Werke ihren Studierenden und Auszubildenden bereits seit etlichen Jahren. In dem mittelständischen Unternehmen der Metallindustrie arbeiten rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Unternehmenszentrale in Staufen, circa 900 Beschäftigte sind an den internationalen Standorten tätig. Jutta Klepp, Mitarbeiterin im Bereich Personal und als Ausbildungsleiterin auch für die Auslandspraktika verantwortlich, verrät im Gespräch, warum beide – Unternehmen und Auszubildende – davon profitieren und wie sich diese Praktika auf die Unternehmenskultur auswirken.

Portrait Jutta Klepp

Frau Klepp, Ihr Unternehmen hat bereits langjährige Erfahrungen mit Auslandspraktika. Was bieten Sie Ihren Auszubildenden?
Seit rund zehn Jahren bieten wir unseren engagierten und leistungsbereiten Auszubildenden und Studierenden die Möglichkeit, im zweiten Ausbildungsjahr ein Auslandspraktikum bei einem unserer Tochterunternehmen zu absolvieren. Unser Leistungsspektrum umfasst dabei die vollständigen Reisekosten wie Flug, Visum, Unterkunft, Transport vor Ort und teilweise Verpflegung. Selbstverständlich beziehen die Auszubildenden und Studierenden weiterhin ihre regelmäßige Ausbildungsvergütung und erhalten zusätzlich pro Reisetag ein Taschengeld. 

Das Auslandspraktikum wird insgesamt vom Unternehmen organisiert und vorbereitet. Dieses Projekt erstreckt sich über alle Ausbildungsberufe – gleich, ob es sich um einen kaufmännischen, einen gewerblich/technischen oder einen Azubi im Lagerbereich handelt. Das gleiche gilt für die Studiengänge. Einziges und wichtiges Kriterium für das Unternehmen ist die Motivation und das Engagement des Auszubildenden, das grundsätzlich gegeben sein muss.

Warum ermöglicht Ihr Unternehmen den Auszubilden und Studierenden diese Auslandspraktika?
Als mittelständisches Unternehmen mit weltweiten Niederlassungen wollten wir die Internationalität des Unternehmens durch ein Praktikum bei einer Niederlassung auch für diesen Mitarbeiterkreis erlebbar machen. Es ist ja so: Wir stehen in regelmäßigen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlassungen oder diese kommen zum Training ins Headquarter in Staufen. Aber was wissen wir über deren Arbeits- und Lebensbedingungen in den USA, China oder Indien?

Ein Aufenthalt in diesen Ländern bietet unseren Auszubildenden und Studierenden diese Erfahrungen, und vor diesem Hintergrund traf der geschäftsführende Gesellschafter, René Stiegelmann, die Entscheidung, diese Praktika im Unternehmen zu etablieren.

Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die wirtschaftliche Situation des Unternehmens diese Ausgaben rechtfertigt. Die Förderung durch AusbildungWeltweit für unsere Azubis hilft uns in diesem Zusammenhang natürlich sehr.

Jutta Klepp

Durch Ihre langjährige Erfahrung mit Auslandspraktika haben Sie sicherlich schon eine gewisse Routine bei der Organisation. Was erleichtert Ihnen die fachliche Abstimmung vor Ort?
Bei den aufnehmenden Betrieben handelt es sich ja ausschließlich um Tochterunternehmen der IKA-Werke Staufen. Konkret sind das die produzierenden Standorte in den USA, China, Malaysia und Indien. In Europa betrifft das unseren Standort in Großbritannien. Die aufnehmenden Betriebe werden über den Ausbildungsstand des Auszubildenden informiert.

Vor Ort werden die Auszubildenden teilweise in mehreren Abteilungen eingesetzt, sodass sie die Parallelen und Unterschiede zu den Abläufen und Prozessen in Deutschland erkennen können. So war es auch im Falle von Luca End, der im Sommer dieses Jahres mit zwei Azubi-Kollegen aus Staufen in unserer Niederlassung in Indien war. 

Was sollen Ihre Auszubildenden und Studierenden aus dem Praktikum mitnehmen – und was haben Sie als Unternehmen davon?
Der Fokus des Auslandspraktikums liegt nicht auf der Vermittlung von fachlichen Kompetenzen oder konkreten Ausbildungsinhalten des Rahmenplans. Für uns liegt der Schwerpunkt ganz klar auf der Stärkung der sozialen Kompetenzen.

Das Kennenlernen einer neuen Kultur und Integration in eine neue Gemeinschaft sollen ihnen Impulse für ihre berufliche und persönliche Zukunft geben und ihr Selbstvertrauen stärken. Sie lernen die bereits während der Ausbildung erlernten Fähigkeiten und Tätigkeiten in einem anderen Umfeld anzuwenden – und das auch noch in einer anderen Sprache. 
 

Bei uns bewirken diese Aufenthalte tatsächlich auch, dass die IKA Unternehmen näher zusammenrücken. Indem wir voneinander lernen, bauen wir mögliche Vorurteile und Ressentiments ab und verstehen einander besser. Dazu tragen auch die Erzählungen und Berichte der Auszubildenden bei. Außerdem ist es generell so, dass Jugendliche die Möglichkeit eines Auslandspraktikums schätzen. Wenn sich junge Menschen bei uns um Ausbildungs- und Studienplätze bewerben, stellen wir immer wieder fest, dass ein solches Angebot gut ankommt.

Jutta Klepp