Großbritannien neues Zielland bei AusbildungWeltweit

Auslandsaufenthalte von Auszubildenden und Ausbilderinnen und Ausbildern im Vereinigten Königreich können ab 2021 durch das Programm AusbildungWeltweit gefördert werden.

Nun ist es offiziell: Auslandspraktika im Vereinigten Königreich, die im Rahmen einer Berufsausbildung in Deutschland absolviert werden, können ab sofort über das Bundesförderprogramm AusbildungWeltweit bezuschusst werden. 
 

Sicht auf Westminster Abbey und Big Ben vom gegenüberliegendem Ufer

AusbildungWeltweit ermöglicht seit 2017 die finanzielle Förderung von betrieblichen Lernaufenthalten für Auszubildende und Ausbilder/-innen in allen Ländern weltweit, die nicht zu den Programmländern im EU-Programm Erasmus+ gehören. Das Vereinigte Königreich war durch seine EU-Mitgliedschaft bis 2020 automatisch Programmland in Erasmus+. Im Rahmen des aktuellen Partnerschaftsabkommens mit der EU wurde die zukünftige Teilnahme als Erasmus+ Programmland in Form eines Sonderabkommens (wie z.B. bei Norwegen oder Island) nun abgelehnt. 

Die gute Nachricht ist: Auszubildende und Ausbilder/-innen aus Deutschland können – unter etwas anderen Bedingungen – von jetzt an über AusbildungWeltweit Bundeszuschüsse für Auslandspraktika und Job Shadowings im Vereinigten Königreich erhalten. Insgesamt können dreimal jährlich Förderanträge über AusbildungWeltweit gestellt werden. Alle Fristen, möglichen Praktikumszeiträume und viele weitere hilfreiche Informationen zur Antragstellung haben wir hier für Sie zusammengestellt.  


Unterschiede Zwischen AusbildungWeltweit und Erasmus+


Wichtig ist, dass die Förderbedingungen in AusbildungWeltweit und Erasmus+ nicht komplett identisch sind. Grund dafür sind unter anderem die verschiedenen Förderquellen (EU-Haushalt und Bundeshaushalt). In einigen Fällen könnte es also sein, dass Aufenthalte, die bisher über Erasmus+ förderfähig waren, nicht in der bisherigen Form über AusbildungWeltweit bezuschusst werden können. Einrichtungen, die zuvor Förderanträge über Erasmus+ für Aufenthalte im Vereinigten Königreich gestellt haben, können sich im Folgenden über die wichtigsten Unterschiede der beiden Programme informieren.

Eine detaillierte Übersicht zu den Unterschieden zwischen AusbildungWeltweit und Erasmus finden Sie hier und untenstehend für Sie zusammengefasst.

Nutzen Sie darüber hinaus auch gerne frühzeitig das Beratungsangebot unseres AusbildungWeltweit-Teams (E-Mail: ausbildung-weltweit@bibb.de Telefon: 0228 / 107 1611). Wir helfen Ihnen gerne weiter!   

Aufenthalte mit Förderzusage von Erasmus+

Alle Aufenthalte im Vereinigten Königreich, für die noch innerhalb der Erasmus+ Programmgeneration bis 2020 eine Förderzusage ausgesprochen wurde, können nach Erasmus+ Bedingungen durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Nationalen Agentur beim BIBB. Für Rückfragen stehen Ihnen auch gerne die Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung.

Mögliche Antragsteller bei AusbildungWeltweit

Förderanträge in AusbildungWeltweit können von Einrichtungen gestellt werden, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • juristische Personen des öffentlichen Rechts, juristische Personen des Privatrechts sowie im Handelsregister eingetragene Personenhandelsgesellschaften des privaten Rechts, sonstige Ausbildungsbetriebe für ihre Auszubildenden, sofern das Ausbildungsverhältnis bei der zuständigen Stelle eingetragen ist.
  • Berufliche Schulen (auch als nicht rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts)

Nicht möglich sind Anträge von natürlichen Personen wie Auszubildenden oder Ausbilder/-innen. 

Wer gefördert wird

AusbildungWeltweit fördert Auslandsaufenthalte von Personen, die sich in einer beruflichen Erstausbildung nach Bundes- oder Landesrecht befinden. Nicht gefördert werden können Absolventinnen oder Absolventen einer Berufsausbildung, Personen in formaler Weiterbildung, Berufsvorbereitung oder einer Umschulung (in Erasmus+ ist dies möglich).

Beim Bildungspersonal kann ausschließlich betriebliches Bildungspersonal Förderung erhalten, d.h. Ausbilder/-innen sowie Verantwortliche für die betriebliche Ausbildung.

Förderfähige Aufenthalte

Die Aufenthalte, die über AusbildungWeltweit gefördert werden können, sind praxisorientiert und passen inhaltlich zur Ausbildung(-stätigkeit) der Teilnehmenden. Bereits bei der Antragstellung werden die ausländischen Praktikumsbetriebe angegeben, die Auszubildende und/oder Verantwortliche für die betriebliche Ausbildung aufnehmen werden. Ein Letter of Intent vom Praktikumsbetrieb wird dem Antrag beigelegt. Zur Antragstellung sollen also relativ konkrete Eckpunkte der geplanten Aufenthalte bereits abgesprochen sein, vor allem was die entsendenden und aufnehmenden Betriebe, die Zielgruppen, Anzahl der Personen, Dauer und ungefähren Inhalte der Aufenthalte betrifft.

Wer sich zunächst mit dem Praktikumsbetrieb über die Bedingungen vor Ort sowie mögliche Inhalte   eines Lernaufenthaltes für die Zielgruppe Auszubildende absprechen möchte, kann auch erst einmal einen vorbereitenden Besuch beantragen. Dies ist im Gegensatz zu Erasmus+ (aktuell nur für Langzeitaufenthalte) auch für die Vorbereitung von kürzeren Azubipraktika (ab drei Wochen) möglich.

Nicht gefördert werden in AusbildungWeltweit die Teilnahme an Kursen bzw. hauptsächlich theorievermittelnde Aufenthalte.

Dauer der Aufenthalte

Während Praktika für Auszubildende bei Erasmus+ ab zwei Wochen möglich sind, beginnt der Mindestzeitraum für einen geförderten Auslandsaufenthalt mit AusbildungWeltweit bei drei Wochen. Die maximale Förderung bei AusbildungWeltweit liegt bei drei Monaten für Auszubildende, in Erasmus+ bei einem Jahr.

Bildungspersonal wird in AusbildungWeltweit für bis zu zwölf Tage im Partnerbetrieb gefördert, in Erasmus+ liegt die maximale Förderdauer bei zwei Monaten.

Wichtig: In AusbildungWeltweit werden die Tage der An- und Abreise grundsätzlich nicht als Aufenthaltstage gezählt und bezuschusst. Dies ist besonders bedeutsam für die Mindestaufenthaltsdauer.

Vermittelnde Einrichtungen - Pool-Projekte 

In AusbildungWeltweit können vermittelnde Einrichtungen Zuschüsse für Auszubildende aus konkret benannten Ausbildungsbetrieben beantragen. Teilnehmende, Praktikumsbetrieb, Dauer des Aufenthalts und grobe Inhalte sollten dabei schon zur Antragstellung feststehen. Das Konzept der Pool-Projekte (vermittelnde Einrichtungen beantragen Zuschüsse für Aufenthalte, die für individuelle Bewerber/-innen bundesweit ausgeschrieben werden) ist Teil der Erasmus+ Mobilität in der Berufsbildung - bei AusbildungWeltweit gibt es kein entsprechendes Äquivalent.

AusbildungWeltweit in Zeiten von Corona

Auch im Vereinigten Königreich können nur dann Aufenthalte stattfinden, wenn keine Reisewarnung (inkl. Covid-19-Reisewarnung) vom Auswärtigen Amt vorliegt. Hilfreiche Informationen zum Umgang mit Corona im Programm AusbildungWeltweit finden Sie unter Aktuelles.