Niko Remmert in der Werkshalle

Dieser Aufenthalt hat mir wieder einmal gezeigt, dass man im Leben alle Chancen ergreifen soll, die einen in irgendeiner Weise weiterbringen. Es war zwar von der Planung her relativ zeitaufwendig, aber von den Erfahrungen, die ich gemacht habe, absolut lohnenswert. Ich bin sehr dankbar, dieses Projekt gemacht zu haben.

Mit Eigeninitiative zum Auslandspraktikum

Niko hat die Idee eines Auslandspraktikums in sein Unternehmen getragen. Mit viel eigenem Engagement und mit Unterstützung durch seine Ausbilder und die Geschäftsführung hat er als erster Auszubildender in der Firmengeschichte ein Auslandspraktikum in Nanjing, China gemacht.

Niko ist Auszubildender zum Industriekaufmann bei der Tillmann & Köckmann GmbH & Co. KG,

© Niko Remmert

Ich habe mich für China entschieden, da das Arbeitsleben dort komplett anders ist! Und ich wollte eine völlig neue Kultur und Lebensweise kennenlernen. Der erste Punkt, der mir auffiel, war ganz klar die Größe des Unternehmens mit seinen immerhin 2.000 Beschäftigten. Außerdem war die Hierarchie ganz klar gegliedert. Es wurden wirklich nur die Aufgaben und Anordnungen ausgeführt, die vom direkten Vorgesetzten kamen. Auch fiel mir die Monotonie der Arbeit vor allem in der Produktion auf. Die Menschen dort arbeiteten größtenteils am Fließband.

Ich arbeitete in der Abteilung Materialbeschaffung und -Planung (Disposition) – und habe dort vieles gesehen und gelernt. In der ersten Woche wurde ich außerdem durch die Produktionsräume geführt. 

Die Verständigung mit den meisten Kolleginnen und Kollegen war übrigens kein Problem, da sie Englisch sprachen. Bei der Verständigung mit Arbeiterinnen und Arbeitern aus der Produktion war dies ein wenig schwieriger.

Nikos Kantinenessen in Nanjing © Niko Remmert

In den ersten Tagen wirkte alles sehr fremd für mich. Mir fiel besonders auf, dass die Menschen vor Ort mich häufig  anschauten. Meine Betreuerin sagte, ich solle mich dadurch nicht verunsichern lassen. Ich stellte dann fest, dass das ganz normal war, da ich als Europäer mit hellen Augen und Haaren die Aufmerksamkeit der Einheimischen auf mich gezogen hatte.

Am Anfang schaute ich mir nach der Arbeit die Umgebung an. Das hab ich dann oft mit einem Abendessen verbunden. Ab der zweiten Woche wurde ich von meinen chinesischen Kollegen häufig zum Abendessen eingeladen und am Wochenende machten wir zusammen Ausflüge. Sie zeigten mir alle sehenswerten Orte in der Nähe. An manchen Tagen bin ich bis zu 15 Kilometer gelaufen.

© Niko Remmert
Nikos Partnerunternehmen in Nanjing © Niko Remmert

Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt, neue Menschen und eine komplett andere Kultur kennengelernt. Die Gastfreundschaft dort hat mich sehr berührt. Was das Berufliche anbetrifft, so verstehe ich jetzt besser, welche Produkte in welcher Art und Weise dort produziert werden. Auch im Bereich Materialbeschaffung habe ich einiges dazugelernt. 

Das Firmengelände in Nanjing ist viel größer, als Niko es von Zuhause gewöhnt ist. © Niko Remmert
In seiner Freizeit hat Niko die Stadt und Umgebung erkundet. © Niko Remmert
Niko war offen für die kulinarischen Entdeckungen, die seine Heimat auf Zeit bot. © Niko Remmert

Weitere Informationen

Niko hat als erster Auszubildender seines Unternehmens ein Auslandspraktikum während seiner Ausbildung gemacht. Wie seine Firma, die Tillmann & Klöckner GmbH und Co. KG ihn unterstützt hat und wie sie das Auslandspraktikum in seine Ausbildung integriert haben,  könnt ihr im Interview mit André Kolkmann lesen.