Über AusbildungWeltweit

Was ist AusbildungWeltweit? Was und wer wird gefördert und für welche Zielländer kann man eine Förderung beantragen?

Unter Programm haben wir für Sie alle Informationen rund um AusbildungWeltweit zusammengefasst.

AusbildungWeltweit ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur finanziellen Unterstützung weltweiter und praxisorientierter Auslandsaufenthalte während der Berufsausbildung. Im ausländischen Betrieb können Auszubildende, Ausbilderinnen und Ausbilder internationale Berufskompetenz erwerben, neue Erfahrungen für die Ausbildung sammeln und sich persönlich weiterentwickeln.

Warum ein Förderprogramm für internationale Auslandspraktika?

Die deutsche Wirtschaft ist international und das zeigt sich an vielen Arbeitsplätzen: Ein Kunde aus China ruft an, die Montage findet in Chile statt oder eine neue Kollegin aus Südafrika verstärkt das Team in Deutschland. Mit dem Förderprogramm AusbildungWeltweit des BMBF erhalten Auszubildende, Ausbilderinnen und Ausbilder die Chance, in ausländischen Betrieben internationale Berufskompetenzen zu erwerben. Unternehmen in Deutschland werden so dabei unterstützt, ihre angehenden Fach- und Führungskräfte sowie das Bildungspersonal auf internationale Aufgabenbereiche vorzubereiten und die Ausbildung attraktiv zu gestalten.

Seit 2017 fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen von AusbildungWeltweit Auslandspraktika während der beruflichen Erstausbildung. Ausbildungsbetriebe, Kammern und andere nichtschulische Einrichtungen der Berufsausbildung (wie z.B. überbetriebliche Ausbildungszentren) können Zuschüsse für ihre Auszubildenden und für Ausbildungspersonal beantragen. Berücksichtigt werden dabei alle Zielländer, die nicht durch das europäische Förderprogramm Erasmus+ abgedeckt werden.

Voraussetzung für eine Antragstellung ist, dass bereits ein Partnerbetrieb im Ausland gefunden wurde.

Schaubild: In 5 Schritten zum erfolgreichen Auslandsaufenthalt mit AusbildungWeltweit

Zielgruppen und Zweck der Auslandsaufenthalte

Auszubildende

in einer Erstausbildung nach Berufsbildungsgesetz, Handwerksordnung oder Bundesrecht

Der Fokus von AusbildungWeltweit liegt auf der Förderung von Aufenthalten Auszubildender, die während ihrer Ausbildung eine Lernphase im Ausland absolvieren. Ihre Aufgaben im Partnerbetrieb sollten inhaltlich zur jeweiligen Berufsausbildung passen, können aber natürlich gleichzeitig neue Themen, alternative Herangehensweisen und zusätzliche Fertigkeiten vermitteln. Schließlich geht es bei den Aufenthalten auch darum, andere (Arbeits-)Kulturen und Methoden während der Ausbildung kennenzulernen. Bei Minderjährigen oder Auszubildenden mit besonderem Betreuungsbedarf sind Zuschüsse für Begleitpersonen möglich.

Ausbilderinnen und Ausbilder

ggf. Verantwortliche für die berufliche Erstausbildung in nichtschulischen Einrichtungen

Thematisch sollten die Aufenthalte einen Bezug zur eigenen Ausbildungstätigkeit in Deutschland haben. Sie können z.B. in Form von Job Shadowings oder Praktika stattfinden. Möglich ist auch die Übernahme von eigenen Ausbildungstätigkeiten im Partnerbetrieb, wenn sie die Entwicklung der beruflichen Ausbildung in der Partnereinrichtung unterstützen. Hierfür sollte schon eine gewisse Ausbildungsstruktur vorhanden sein.

Vorbereitende Besuche

für Aufenthalte von Auszubildenden

Wenn ein Partnerbetrieb für die Aufnahme von Auszubildenden gefunden wurde, aber noch einige Punkte geklärt werden müssen, die aus der Ferne schwierig zu besprechen sind, ist auch die Förderung von vorbereitenden Besuchen beim Partner möglich. Bestehen zum Zeitpunkt des Förderantrags noch Unsicherheiten, welche Berufsgruppen am besten beim Partner aufgehoben wären, können zunächst auch nur Zuschüsse für einen vorbereitenden Besuch beantragt werden. Nach dem Besuch bzw. zur darauffolgenden Frist fällt der Antrag für die Auszubildenden ggf. schon etwas leichter.

Dauer und Zeitpunkt der Auslandsaufenthalte

Eine finanzielle Förderung über AusbildungWeltweit ist für diese Zeiträume möglich:

  • Auszubildende: 3 Wochen bis 3 Monate
  • Ausbilderinnen und Ausbilder: 2 Tage bis 2 Wochen
  • Vorbereitende Besuche: 2 Tage bis 5 Tage

Von der Dauer des Aufenthaltes, genauer gesagt der Anzahl der Tage zwischen dem ersten und dem letzten Praktikums- bzw. Programmtag, hängt die Höhe der Förderung für den Aufenthalt ab. Daher sollte die Aufenthaltsdauer in Tagen für die Antragstellung möglichst präzise bestimmt werden. Die geringste Aufenthaltsdauer für Auszubildende beträgt 19 Tage ohne Reisetage, denn vor Ort sollten nicht weniger als 15 Praktikumstage absolviert werden.

Für jede Antragsrunde wird zudem ein Zeitraum von einem Jahr festgelegt, der Durchführungszeitraum genannt wird. Alle geförderten Auslandsaufenthalte einer Antragsrunde müssen innerhalb dieses Zeitraums stattfinden – dabei ist es aber egal, ob zu Beginn, Mitte oder Ende dieses Zeitraums.

Ein Beispiel:

Zur Antragsfrist 5. September 2018 gehört der Durchführungszeitraum zwischen 01.November 2018 und 31. Oktober 2019. Alle Auslandsaufenthalte (inkl. Flüge) in dieser Antragsrunde müssen innerhalb dieses Zeitraums stattfinden.

Erfahren Sie hier mehr über die aktuellen Fristen und die Antragstellung

Antragsberechtigte Einrichtungen

Antragsberechtigt sind

  • Juristische Personen des öffentlichen Rechts mit Sitz in Deutschland (ausgenommen schulische Einrichtungen)
  • Juristische Personen sowie im Handelsregister eingetragene Personenhandelsgesellschaften des privaten Rechts, die zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland besitzen und die auf dem Gebiet der beruflichen Bildung tätig sind.

Das Projekt muss vom Antragsteller eigenständig durchgeführt werden. Eine Weiterleitung der Zuwendung oder eines Teils der Zuwendung an Dritte ist nicht zulässig.

Einzelpersonen können keine Förderanträge stellen. AusbildungWeltweit wird aus Mitteln des Bundes bezuschusst, sie können grundsätzlich nicht an schulische Einrichtungen ausgezahlt werden.

Zielländer

Förderfähig sind Auslandsaufenthalte in all den Ländern, die nicht vom Programm Erasmus+ in der Leitaktion Mobilität in der Berufsbildung gefördert werden (dies sind die 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Island, Liechtenstein, Türkei und ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien) und für die das Auswärtige Amt keine Reisewarnung ausgesprochen hat. Bei Teilreisewarnungen sind nur bestimmte Regionen eines Landes förderfähig.

Förderung in Form von Zuschüssen

AusbildungWeltweit ist ein Programm zur finanziellen Unterstützung von Auslandsaufenthalten. Über die Bundesfördergelder (oder Zuwendungen) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist eine Teilfinanzierung möglich. Vom Antragsteller wird erwartet, dass die inhaltliche Planung der Aufenthalte (zumindest grob), die beteiligten Partnerbetriebe im Ausland und die Zielgruppen (Auszubildende, Ausbilder/-innen, vorbereitender Besuch) zum Zeitpunkt des Antrags schon bekannt sind und die Restfinanzierung gesichert ist.

AusbildungWeltweit bezuschusst:

  • Fahrtkosten (Fahrt bzw. Flug ins Gastland und zurück)
  • Aufenthaltskosten (z.B. Unterkunft und Verpflegung)
  • Vor- und Nachbereitung (z.B. Sprachkurs oder interkultureller Vorbereitungskurs für Auszubildende)
  • Organisation (z.B. Visum)
  • Für Menschen mit Behinderungen gibt es zusätzliche Fördermöglichkeiten

Die Höhe der Zuschüsse wird über festgelegte Stückkosten ermittelt und ist in der Tabelle der Fördersätze veröffentlicht. Die Stückkosten sind u.a. vom Zielland und den Tagen im Betrieb abhängig. Im Antrag werden die Zuschüsse automatisch berechnet.