Viktoria von Dachser vor Berg bei Kapstadt

"Viele sagen, dass wenn man einmal in Afrika gewesen ist, vom „Afrika-Virus“ befallen ist und immer wieder hierhin zurückkehrt. Für mich stimmt es auf jeden Fall. Ich habe im Alter von 8 bis10 Jahren mit meinen Eltern drei Jahre lang in Nigeria gelebt, weil mein Vater dort arbeitet. Auch in Südafrika waren wir schon mit der Familie. Ich wollte gern noch mal dorthin – aber nicht als Touristin."

Viktoria in Kapstadt

Viktoria, 22, ist im 3. Ausbildungsjahr zur Kauffrau für Speditions-und Logistikdienstleistungen bei Dachser SE. Im Mai arbeitete sie für 4 Wochen in der Filiale in Kapstadt, Südafrika.

"Ich bin reisefreudig – immer schon gewesen. Nicht umsonst mache ich die Ausbildung zur Kauffrau für Speditions-und Logistikdienstleistungen und gerade eine Zusatzausbildung zur Kauffrau für internationale Geschäftstätigkeiten. Das hat auch mit Reisen und mit „unterwegs sein“ zu tun. Während des Praktikums wollte ich deshalb gern Auslandserfahrung sammeln.

Bei uns in der Firma werden Praktika in anderen Ländern gefördert – allerdings eher in Europa. Es war schon etwas Besonderes, nach Übersee zu gehen. Meine Ausbilderin Franziska Kwast hat mir dabei geholfen, die Zuständigen bei uns zu überzeugen. Dann war es kein Problem mehr"

© Viktoria Quickenstedt, Dachser SE

"Unsere Firma Dachser SE arbeitet international und hat eine Zweitniederlassung in Südafrika. Deshalb habe ich mich für ein internes Praktikum entschieden. Da mein Ausbildungsbetrieb hier in der Nähe in Berlin die Sparte Landverkehr abdeckt, habe ich mich für eine internationale Niederlassung entschieden, die die Sparten Luft-und Seefracht bedient.

Ein bis zwei Monate sollte man schon einplanen bevor man startet. Es ging dann relativ schnell, dass der Antrag für das Programm AusbildungWeltweit bewilligt wurde. Mithilfe des Niederlassungsleiters in Kapstadt habe ich über Air B’nB ein kleines Appartement mit Küche mitten in der Innenstadt von Kapstadt gefunden – in einem sicheren Viertel."

Viktorias Kollegen bei Dachser in Kapstadt © Viktoria Quickenstedt, Dachser SE

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort bunt gemischt: Dunkelhäutig und hellhäutig, Englisch, Xhosa, die Sprache eines südafrikanischen Volkes, und Afrikaans sprechend, was auf die Sprache der ehemaligen holländischen Kolonialmacht zurückgeht. Alle waren direkt sehr herzlich zu mir – und neugierig auf eine Europäerin. Sie wollten wissen, wie ich lebe, viel über meine Familie, wie es im deutschen Dachser abläuft, die Dimensionen von Dachser in Europa… So oft kommt es dort auch nicht vor, dass jemand aus dem fernen Europa zum Arbeiten kommt.

Ich habe jeweils drei bis 4 Tage in einer der Abteilungen Seefrachtimport/- export, Luftfrachtimport/-export, Zollabwicklungen, Nahverkehr, Warehouse, Verkauf und Abrechnung/Buchhaltung mit gearbeitet und einen groben Einblick über die jeweiligen Aufgaben gewonnen. Ich habe zum Beispiel Sendungsstati kontrolliert, Frachtdokumente angefertigt, die Eingangsware gescannt und an Kundenbesuchen teilgenommen.

Pinguine am Strand in Südafrika © Viktoria Quickenstedt, Dachser SE

In meiner Freizeit habe ich die lebendige Stadt und das schöne umliegende Land genossen. Am Wochenende war ich beispielsweise mit einigen Kollegen an der Waterfront, die ganz bei mir in der Nähe war. Das ist eine Shopping Mall mit vielen Restaurants im restaurierten Werft- und Hafenviertel. Wir sind auch auf den Lion’s Head gewandert und haben den tollen Ausblick auf die Stadt und den Tafelberg genossen. Es gibt dort so viel zu sehen… Die Strände sind gigantisch lang und ich habe Surfer beobachtet, die in den Wellen tanzten. Ich nahm auch an einer Township-Tour teil, weil ich nicht nur die  schönen Fassetten des Landes sehen wollte, sondern auch die Schattenseiten. Noch von der Zeit der Apartheit geprägt, wird das Land von Korruption und Gewalt beherrscht.

Blick auf das Hafenviertel © Viktoria Quickenstedt, Dachser SE

Ich durfte einen ganzen Tag lang mit einem Firmen-LKW mitfahren, der Kunden in ganz Kapstadt mit Maschinenteilen und anderer Fracht beliefert hat. Der Fahrer hat mir alles genau gezeigt und erklärt und mir auch aus der schwierigen Apartheid-Vergangenheit berichtet. Das hat mich sehr berührt.

Einige meiner Kollegen wohnten auch in Townships. Sie haben erzählt, wie schwer es ist, dort zu leben und seine Sachen in so beengten Verhältnissen in Ordnung zu halten.

Unterwegs mit den Kapstädter Kollegen im Firmen LKW © Viktoria Quickenstedt, Dachser SE

Ich habe in jeder Hinsicht eine Menge gelernt und nur gute Erfahrungen gemacht. Beruflich habe ich gesehen, wie vielseitig die Speditionsbranche ist. Alles, was ich aus der Schule an Theorie von der See- und Luftfracht kenne, habe ich hier in der praktischen Umsetzung erlebt. Internationale Frachtdokumente kannte ich aus Büchern – hier konnte ich sie wirklich in Händen halten.  Das ist auch für meine Prüfungen hilfreich.

Was empfiehlst du anderen Azubis?

Den Schritt zu einem Auslandspraktikum zu wagen. Das bietet solch große Chancen, tolle Erfahrungen zu machen. Man kann im Grunde auch nicht viel falsch machen. Einfach tun! Am besten in ein Land seiner Wahl, eines, das einen wirklich interessiert

Viktoria